Raabenwolle

Eigenbau-Rahmenspinnrad von Herrn Schubotz, Berlin

und wieder ist es passiert … ohmenno, ich muss echt aufhören, im Netz zu zappen…

Nun, dem schön geschwungenen Rahmen des Rädchens konnte ich letztlich doch nicht nicht widerstehen. Gutes Design triggert mich wie kaum etwas Anderes, ich muss es einfach zugeben. Es war jedenfalls das erste, was mir beim scrollen sofort ins Auge sprang. Hmm, ein sehr gelungener, sauber ausgeführter Selbstbau und ein sehr ausgewogenes, leichtes und schwungvolles Design. Und ein sehr fairer Preis...

Nach ein paar Textnachrichten und nettem Austausch einigte ich mich mit der Anbieterin, dass sie es doch aus Regensburg zu mir versenden würde, obwohl sie es ursprünglich nicht versenden wollte. Super! Gut und sicher, liebevoll und ganz heil kam es dann bei dem ersten Schneefall des Jahres bei mir an – und ich freue mich wie verrückt, das es jetzt bei mir ist: es ist wirklich zauberhaft, läuft fein und leise und steht dabei sicher und standfest. 

Das ich feststellen musste, dass die Spule eigentlich nur eine Seitenscheibe hat, also eigentlich gar keine Spule ist, und die Spulenbremse komplett fehlt, hätte mich eigentlich ärgern müssen. Auf den Fotos war der Spinnkopf gut zu sehen gewesen – aber ich hatte einfach nicht genau hingeschaut. Letztlich macht es mir nun gar nichts aus, denn das Rädchen ist einfach nur süß und niedlich. Und irgendwie werde ich die Spule schon gebremst bekommen!

Das süße Rädchen
– besitzt einen abnehmbaren Wocken
– wiegt kaum 2,5 KG
– spinnt leider nicht, da die Flügelbremse fehlt
– ist als Flachsrad konzipiert – aber auch feine Wolle oder Seide müsste sich darauf spinnen lassen
 – ist sehr sauber und mit viel Liebe zum Detail gefertigt, ohne überladen zu wirken
– ist aus hellem, sehr leichten Holz gebaut, welches keinerlei Knorren oder starke Maserung aufweist
– hat die kleinen und zierlichen Abmaße von H105 x B60 x T25 cm

Nachdem das Rädchen bei mir eingetroffen war, hatte ich mich abschließend noch zu einem Telefonat mit der Verkäuferin verabredet. Ein paar Fragen brannten mir dann doch noch auf der Seele. Und so konnte ich noch folgende Informationen über dieses Schmuckstück erfahren:

– gebaut wurde es Ende der 1980er Jahre von Herrn Werner Schubotz, der in Berlin wohnte
– der gelernte Bauschlosser war wohl auch noch Tüftler, Maler, Drechsler … und viel mehr
– Herr Schubotz baute insgesamt drei Stück dieser Spinnräder, von denen eines wohl noch in Familienbesitz ist
– leider ist Herr Schubotz im Jahr 2019 -mit 95Jahren- verstorben.  

Jedenfalls bin ich der Verkäuferin sehr dankbar, dass sie mir das Rad anvertraut hat. Es bleibt sicher bei mir und wird zum Einsatz kommen – versprochen!