Raabenwolle

Wenekinck „Delft“ & Hako „Sachsen“

Diese Räder sehen sich unglaublich ähnlich – kein Wunder, denn die Firma Hako übernahm offensichtlich den Entwurf und die Produktion des Herstellers Richard Wernekinck (Holland) nachdem dieser die Spinnradproduktion einstellte. Die Hako-Räder wurden dann später als Bausatz per Versandhandel angeboten – soweit ich weiß, auch über die bekannte Frauenzeitschrift „Brigitte“, welche damals u.a. führend in der Herausgabe von Schnittmustern und ähnlichem war.

Die Unterschiede fielen mir erst auf, als ein Freund von mir ein Hako „Sachsen“ kaufte, weil er Ersatzteile für sein Wernekinck „Delft“ brauchte. Irrtümlich hatte er gedacht, ein zweites „Delft“ erstanden zu haben – die mitgelieferten Unterlagen brachten dann aber Licht ins Dunkel. Da es immer wieder zu Verwechslungen kommt, möchte ich hier beide Räder optisch nebeneinander zeigen.

Von der Funktionsweise und vom Spinnverhalten sind sie identisch – beide „Bockräder“ sind schwer gebaut, robust, stabil und gute „Arbeitstiere“, die jedem Anfänger gute Dienste tun werden. Für feinere Arbeiten und versponnene Kapriolen würde ich dann jedoch noch ein weiteres Rad anschaffen. Wie heißt es in Spinnkreisen so schön? „Spinnräder sind Herdentiere“. Soll heißen: ein Rad wohnt selten allein.

rechts im Bild steht das hellere Wernekinck „Delft“ – und links das dunklere Hako „Sachsen“

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Übrigens gibt es noch zwei Räder, welche den beiden hier vorgestellten zum Verwechseln ähnlich sehen… hier also mein Nachtrag:

Weitere „Zwillinge“ gesichtet!

Das Erste, welches ich einmal gesehen habe, wurde von „Rens + Smits OHG“ hergestellt, ist noch etwas höher gebaut und kann leicht von den optischen Zwillingen „Delft“ & „Sachsen“ unterschieden werden, da es an den Standbeinen keine tiefen, gedrechselten Rillen aufweist, sondern nur sanfte Schwünge zeigt. Auch die acht Speichen im Schwungrad sind auf diese Weise geformt. Die Firma verkaufte das Rad als Bausatz mit der Artikel-Nr. 600001 an den Fachhandel und hatte als Postanschrift „Blinder Weg 4, Postfach 1129, D-4240 Emmerich“ angegeben. Leider weiß ich nicht, wann diese Räder genau verkauft wurden – meine Vermutung liegt bei Mitte der 1965er bis Ende der 1980er Jahre. Aber ich könnte ja mal bei „Peter Smits Bastelmaterialien seit 1963“ nachfragen … der führt ein sehr ähnliches Logo und ist im Netz zu finden. Wenn ich bloß nicht so neugierig wäre, könnte ich an dieser Stelle aufhörten. tja. also …

Das zweite Rad ist ein wiederum fast baugleiches Bockrad der Finnischen Firma „Varpapuu“, Pieksämäki zu dem „Rens + Smith“. Ab und zu wird eines mal bei einem bekannten Kleinanzeigenportal angeboten … es sieht dem Rad von „Rens + Smith“ zum verwechseln ähnlich, denn auch dieses Rad hat drei sanft geschwungene Standbeine und die acht Speichen des Schwungrades weisen jeweils drei sanft geformte Verdickungen auf. Diese Räder stammen offenbar ebenfalls aus den 1980ern und sind im Schwungrad schon kugelgelagert. Helles, schweres Holz wurde hier ebenso verwendet.

Doch diese Räder sind meist unter dem großen Brett, direkt unterhalb des Schwungrades mit dem eingebrannten Logo verstehen. Die Firma ist eigentlich mehr für Ihre Webstühle bekannt: Tisch-, Flach- und Hochwebstühle sind auch heute noch im Gebrauch und werden auf vielen Plattformen angeboten. Ob die Firma noch produziert, müsste ich mal recherchieren…tja, also… (siehe oben).