Raabenwolle

Ashford „Elisabeth 30 Limited“

Dieses Ashford „Elisabeth 30“-Spinnrad ist etwas ganz Besonderes, denn es war nur als „Limited Edition“ erhältlich. Meines Wissens sollen nur 999 Stück weltweit gebaut und vertrieben worden sein. Handsigniert von den Inhabern der Firma Ashford, Neuseeland, war mir klar, das diese Räder sicher viele Liebhaber auf der ganzen Welt finden würden. Als ich im Frühjahr diesen Jahres von der Existenz dieses Rades hörte und umgehend anfing, ernsthaft für ein solches Schätzchen zu interessieren, war ich wohl schon zu spät dran. Als ich begann, mich nach einem Lieferanten umzuschauen, war es zu meiner steigenden Enttäuschung bereits vergriffen. Ich suchte vergeblich im Netz und bei deutschen Händlern (später auch im Ausland), aber niemand hatte noch eines zu verkaufen.

Doch manchmal hilft der „Zufall“ – oder man einfach mal unverschämtes Glück.

Ein Freund von mir kaufte sich ein Kromski „Symphonie“ und ich fuhr gemeinsam mit ihm nach Osnabrück in ein kleines Wollgeschäft. Wir probierten alles aus, was dort an Rädern herumstand. Zu meinem Frust hatte die Besitzerin des Ladens auch ein „Elisabeth 30“ als Vorführmodell stehen, welches ich verzückt Probe spinnen durfte. Leider wollte sie es nicht verkaufen … auch später nicht … und so spann ich in steigender Verzückung eine wunderschöne Maulbeerseiden-Alpaka-Mischung und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das riesige Schwungrad drehte butterweich und hörte gar nicht mehr auf, zu laufen … satt und sanft lief es – und lief – und lief und lief. Der Wahnsinn! Alles Kugel gelagert, wunderschön verarbeitet und soooo groß! Ich konnte mich gar nicht losreißen. Und so hörte ich zuerst gar nicht, was die Ladenbesitzerin in einem Nebensatz sagte. Ob ich mir „stattdessen vorstellen könnte, das „Elisabeth 30″ aus ihrem Lagerbestand zu kaufen“. Es sei etwas teurer als die Standardausführung, weil es mit Doppeltritt ausgestattet sei und außerdem sei ein zusätzlich ein großer Spinnflügel mit drei großen Spulen dabei, auch Sonderzubehör, das müsste mit gekauft werden … waaaaas? Zunächst dachte ich, ich hätte mich verhört. Dann bekam ich nur ein Nicken raus. Und schließlich brach sich meine Begeisterung bahn. Der Wahnsinn! Endlich sollte so ein Schmuckstück mir gehören!

Am nächsten Wochenende hatte ich meine Barschaft geplündert, mir Vorschuss von meiner Familie auf meine Geburtstagsgeschenke geholt und konnte das 11 1/2 Kilo Paket abholen. das Grinsen klebte einige Zeit in meinem Gesicht fest – und das ist bis heute so geblieben, wenn ich „Die Dicke Liese“ spinne. (Mein Mann meint zwar, dass es ganz schön zieht, wenn er rechts von mir neben dem Rad sitzt – aber darüber sehe ich großzügig hinweg. 😉  So ein bisschen Windzug ist ein kleiner Preis, den er für meine schöne Wolle zahlen muss. Da bin ich ja ganz ungeniert selbstsüchtig.)  So spinne ich seit August 2015 an diesem „Riesenrad“ besonders gern feine Garne – und nutze die großen Spulen vorwiegend zum Verzwirnen von dickerer Wolle.

 

zum 80. Firmenjubiläum der Firma Ashford Handicrafts Ltd., New Zealand, in geringster Auflage von 2009 bis 2010 gebaut

traditonelles Spinnrad nach sächsischer Bauart („Ziege“)
neuseeländisches Silberbuchenholz, hell / klar lackiert
zweifädiger Antrieb / alternativ: einfädig mit „Schottischer“ Spulenbremse
Einzeltritt (Sonderzubehör: Doppeltritteinheit)
Antriebsübersetzung: 10,5 – 13,5 – 18,1 – 22,1(einfädig)
Unterschrift/Signatur von Richard & Elizabeth Ashford

Gesamthöhe: 104 cm / Gesamtlänge: 106 cm
Schwungraddurchmesser: 76 cm / Gesamttiefe: 30 cm
Einzugshöhe der Spinnöffnung: 68/69 cm / Einzugsöffnung: 10 mm Durchmesser
Gewicht ca. 11 kg

Spulenkapazität 4x 100 g  (125 g Höchstmenge) / (Sonderzubehör: großer Spinnflügel mit 300 g Spulenkapazität)
Schwungrad ist wartungsfrei kugelgelagert / Spulen mit Kunststofflager