Raabenwolle

Mühlenhaspel

Diese Mühlenhaspel bekam ich zusammen mit dem schönen „Hochzeitsrad“. Sie stammt aus demselben Haushalt in Schaumburg und daher schätze ich ihr Herstellungsdatum ebenfalls um 1920.

Sie ist in gutem Zustand und ich musste nur ein wenig Lasur auftragen und eine der beinernen Verzierungen ersetzen. Ganz besonders schön finde ich, das der Hammer noch erhalten ist. Dieser schlägt gegen den kleinen Holzkasten und gibt ein akustisches Signal, wenn man *soundsoviele* Runden Garn auf die Flügel der Mühlenhaspel gewickelt hat. So entfällt das lästige Mitzählen und man weiß genau, wie lang der Wollfaden ist, den man gewickelt hat. (Bei dieser Haspel beträgt der Umfang genau einen Meter.) Der so entstandene Wollstrang wird abgebunden und dann von den Querhölzern abgehoben. Auf diese Weise enthält jeder Strang die gleiche Länge und man konnte die Wolle mit einer Maßangabe verkaufen oder planen, wie viele Stränge man (noch) für ein Strickgut brauchte.

Wer die Haspel sehen möchte, kann sie im Extertal im „Bösingfelder Wollladen“ ansehen – und das wunderschöne „Hochzeitsrad“ bewundern, welches dort ebenfalls ausgestellt ist.