Raabenwolle

unbekannter Hersteller „Kardiermaschine“

Diese massive, hervorragend verarbeitete Hand-Kardiermaschine kam über die liebe Sabine bereits im Oktober 2021 zu mir
jetzt habe ich sie endlich aus dem Schattendasein befreit und Ihr einen festen Platz und viel Arbeit gegeben!

Seit das schwere „KardierTierchen“ bei mir wohnt, fehlte mir zuerst die Idee, wohin ich sie denn stellen sollte. Sie ist massiv gebaut und solide verarbeitet, benötigt aber auch einen festen Untergrund… Vom Boden aus stellte ich se auf den Küchentisch, von dort auf die alte Anrichte, den Kühlschrank, auf einen Stuhl… und dann wieder auf dem Teppichboden, ein wenig stiefmütterlich in der Ecke versteckt. So wanderte das fleißige Ding in von meinem Spinnzimmer in die kleine Teeküche und wieder zurück. Mehrfach. Das hatte sie nicht verdient!

Erst ein paar Monate später hatte ich die erste Idee: ein altes, hochbeiniges Tischchen (vielleicht ein Blumentisch?) kam mir gerade recht. Er hat die richtige Arbeitshöhe und seine Tischplatte ist nicht zu groß. Der Praxistest zeigt jedoch: das Maschinchen steht nicht fest darauf. Es wandert umher. Der Zustand machte mir das Kardieren abermals mies. Immer musste ich sie festhalten, wo ich die zweite Hand doch für das Einlegen der Wollfasern benötigt hätte. Spaß geht anders.

Als ich letztens meine Vorbereitungen für das Sulinger Wollefest begann und ein paar Batts herstellen wollte, kam mir endlich der zündende Gedanke. Ich fixierte die Maschine einfach mittels Holzklötzchen, die die Maschine am seitlichen herumwandern hindern. Die Gummifüße der Maschine selbst habe ich so versetzt, dass sie die Tischplatte vorn und hinten umfassen. Also nicht auf der Platte stehen, sondern darüber hinaus ragen. Und so kann die Maschine auch nicht mehr nach hinten oder vorn wegrutschen. Die nötige Kraft kann ich nun sorglos aufbringen und meine linke Hand ist zu Ein- oder Auflegen der Wolle frei. Wenn ich darunter sauber machen möchte, hebe ich sie einfach hoch und stelle sie anschließend weder in die hölzernen Führungen hinein.

Meine benötigten Werkzeuge fanden an der kurzen Tischkante Platz: mittels ein paar alten Polsternägeln nagelte ich (m)einen alten Ledergürtel in Schlaufen seitlich fest. So ist der Tisch für Fasern frei, aber ich hab immer alle Werkzeuge zur Hand. Im Korb, der auf der unteren Platte seinen Platz gefunden hat, lagere ich die Fasern, die ich demnächst verarbeiten möchte. Super! So macht mir kardieren wirklich Spaß!

Wenn ich nun noch wüsste, wer das schöne Arbeitstierchen hergestellt hat, wäre ich ganz happy.
Es könnte ein „Rudy“ von Tom Walther sein, aber ich bin mir nicht sicher… ich werde wohl demnächst mal eine Mail schreiben.

 

Auf jeden Fall mag ich auf das „KardierTier“ nicht mehr verzichten. So schöne Batts kann ich damit zaubern: ich bin schwer schockverliebt!
Danke, liebe Sabine!